Die 'Würselener Initiative für den Frieden' hat zur anstehenden Bundestagsabstimmung über die Verlängerung des Afghanistan-Mandats für die Bundeswehr eine mit 58 UnterzeichnerInnen versehene Resolution (siehe Anhang) an die neuen Fraktionsvorsitzenden des Bundestages geschickt.
Was kümmert Müllers der Hindukusch?
Ein Beitrag von Prof. Dr. Andreas Buro für die Kooperation für den
Frieden, 06.09.2009
Am 11. 9. 2001 haben Al Quaida Terroristen zwei Passagierflugzeuge in die Twin-Towers des World Trade Centers in New York gesteuert und so über 3 000 Menschen ermordet. Die hoch komplexe Terroraktion wurde in den USA und Europa – nicht zuletzt in Deutschland - vorbereitet und in den USA ausgeführt.
Knapp einen Monat später vor acht Jahren am 7. 10. 2001 begann vorwiegend die US-Armee im Bund mit Warlords und Opium-Baronen aus dem nicht-paschtunischen Norden Afghanistans den Krieg gegen die Taliban-Regierung in Kabul und stürzte diese schnell. Zur Erinnerung: Die Taliban, rigorose Islamisten, die sich vorwiegend auf das Mehrheitsvolk der Paschtunen stützen, waren zuvor mit Hilfe des pakistanischen Geheimdienstes, gefördert durch die USA, an die Macht gekommen.
Inzwischen spielen die simplen Ausbildungsstätten von Al Quaida und die Organisation selbst in Afghanistan nur noch eine bescheidene Rolle. Der westliche Interventionskrieg wird vorwiegend gegen den afghanischen Widerstand geführt, der in unserer Medien unzutreffender Weise unter dem Sammelbegriff Taliban abgehandelt wird. Es sind viele unterschiedliche Gruppierungen, die den Widerstand tragen. Schließlich wird Afghanistan seit nunmehr fast 200 Jahren von den Kolonialmächten England und Russland, im Ost-West-Konflikt von grausamen Stellvertreterkriegen und nun erneut von USA und NATO mit Krieg überzogen. Nicht zuletzt deshalb ist Afghanistan eines der ärmsten Länder der Erde. Viele Menschen dort hungern.
Müllers fragen sich zu Recht, wie übrigens auch viele Generäle, was ist eigentlich das Ziel dieses Krieges?
Was hat er noch mit dem Angriff auf die Twin-Towers zu tun? Wird am Hindukusch tatsächlich unsere Freiheit verteidigt, wie ein ehemaliger deutscher Kriegsminister behauptete, während der deutsche Innenminister tatkräftig an der Einschränkung von Freiheitsrechten in Deutschland arbeitete? Führen wir wirklich diesen Krieg, um Afghanistan Demokratie zu bringen? Dazu arbeitet der Westen mit den vielen korrupten Warlords und Opiumbaronen zusammen, die in Kabul in gut gesicherten Supervillen wohnen und Regierungsämter bekleiden, aber sicher nichts mit Demokratie im Sinne haben. Müllers – und über 60% der Deutschen können das nicht
begreifen – zu Recht! Die massiven Fälschungen bei den aktuellen Präsidentenwahlen
werfen erneut ein Schlaglicht auf die Haltlosigkeit der westlichen Kriegsbegründung.
Was Müllers nicht wissen
Die Kriegspläne gegen Afghanistan waren längst vor dem 11.9.2001 in den USA ausgearbeitet worden.
Auch vor dem 11.9.2001 hatte man aus den USA den Taliban Verträge für den Bau von Pipelines vorgelegt. Diese erschienen der Regierung in Kabul so ungünstig, dass sie ablehnte. Daraufhin sollen hohe US-Repräsentanten gedroht haben: Ihr könnt einen Teppich aus Geld bekommen, oder einen Bombenteppich.
Der mörderische Angriff auf die Twin-Towers ließ dann den westlichen Angriffskrieg auf Afghanistan für so manche berechtigt erscheinen, obwohl Kabul bereit war, Osama Bin Laden, das Oberhaupt von Al-Quaida, an ein internationales Gericht auszuliefern. Washington lehnte ab und forderte eine Auslieferung an die USA.
Doch Müllers verstehen noch immer nicht, warum die NATO dort weiter bombt
Pressemitteilung zur Podiumsdiskussion am 25. 8. 09
„Täglich schlittert Deutschland tiefer in den von den USA angezettelten mörderischen Krieg in Afghanistan,“ beklagt Dr. Ansgar Klein, Sprecher der 'Würselener Initiative für den Frieden' die militärische Eskalation. „Mit der neuen 'Taschenkarte' hat die Bundeswehr in Afghanistan nun die Lizenz zum Töten, auch wenn sie nicht angegriffen wird“, fährt Klein fort. „Die Taschenkarte, die das Verhalten der Soldaten im Einsatz regelt, ist kürzlich der verschärften Lage am Hindukusch angepasst worden.“ (vgl. AN vom 28.7.09).
Die UNO baut auf eine Verhandlungslösung in Afghanistan
Eine bedeutsame Rede des des UN Sonderbeauftragten für Afghanistan Kai Eide
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Pressemitteilung zur Veranstaltung „Afghanistan – Obamas Vietnam?“
Der Moderator des Abends im Alten Rathaus, August Rößner, ging gleich zu Beginn auf die Problematik des Afghanistan-Krieges ein: „Der Krieg eskaliert in den letzten Monaten in ganz Afghanistan und Teilen Pakistans deutlich, die Zahl der Opfer auf allen Seiten steigt. Und dennoch ist politisches Handeln im Hinblick auf eine Perspektive des Ausstiegs und einer Beendigung dieses nicht zu gewinnenden Krieges nicht in Sicht."
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Offener Brief an die Fraktionsvorsitzenden zum AWACS-Einsatz
Wie viele Bundeswehrsoldaten, wie viele NATO-Soldaten, wie viele Afghanen sollen noch in den Tod geschickt werden, bis dieser mörderische Krieg zu Ende geht?
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Fragen an unsere Europawahl-KandidatInnen:
Frieden schaffen ohne Waffen!
Würselener Initiative für den Frieden
c/o Dr. Ansgar Klein, Rosengarten 11, 52146 Würselen;
Offener Brief
Würselen, den 8. Mai. 2009
Sehr geehrte Damen und Herren
Nach einer Meinungsumfrage von Infratest/dimap im Febr. 2008 zu Afghanistan lehnten 86% der Deutschen Kampfeinsätze grundsätzlich ab. Nach dem Tod eines weiteren deutschen Soldaten und der dramatischen Zunahme der Attentate und Selbstmordanschläge dürfte die Ablehnung weiter zugenommen haben.
Die seit Beginn des Krieges Ende 2001 immer weiter verstärkten NATO-Truppen haben in Afghanistan Drogenhandel, Korruption, Landflucht, Verarmung und eskalierende Gewalt nicht verhindern können. Im Gegenteil, die Situation der afghanischen Bevölkerung verschlechtert sich von Jahr zu Jahr.
Die deutschen Soldaten, anfangs von der Bevölkerung hoffnungsvoll begrüßt, gelten zunehmend - wie die anderen NATO-Truppen - als Besatzer und die ausländischen Hilfswerke als ihre Unterstützer.
Erneut fordern wir den Abzug der deutschen Soldaten und einen Strategiewechsel der deutschen und europäischen Politik in Afghanistan. Als Kandidat/in für das Europäische Parlament möchten wir Sie bitten, uns die folgenden Fragen zu beantworten:
- Wie begründen Sie den Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan, der verbunden ist mit dem Tod und der Verletzung ungezählter Afghanen und vieler SoldatInnen der NATO?
- Werden Sie im Wahlkampf und später im Europäischen Parlament für den Abzug ausländischer Soldaten aus Afghanistan eintreten und damit einen Strategiewechsel unterstützen?
- Es gibt keine erkennbare gemeinsame europäische Außenpolitik für die Zukunft Afghanistans. Sehen Sie eine Möglichkeit, dass die Europäische Union in absehbarer Zeit für einen Waffenstillstand und zivile Konfliktlösungen in Afghanistan eintreten wird?
In Erwartung Ihrer Antworten verbleiben wir mit freundlichen Grüßen
das Vorbereitungsteam: Günter Döring, Anka Erdweg, Helene + Dr. Ansgar Klein, Barbara Krude, August Rößner, Dr. Matthias Wendt
Antwort des Europawahl-Kandidaten der LINKEN, Jürgen Klute: -->>
Antwort des Europawahl-Kandidaten der FDP, Maximilian Conrad -->>
Antwort der Europawahl-Kandidatin der GRÜNEN, Renate Knauf -->>
Antwort der Europawahl-Kandidatin der GRÜNEN, Karin Schmitt-Promny -->>
Antwort des Europawahl-Kandidaten der SPD, Martiin Schulz, MdEP -->>
Nicht geantwortet haben bis heute (5.6.09):
Sabine Verheyen, CDU
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Friedensplan der Afghanischen Nationalen Friedens-Jirga
Die Afghanische Nationale Friedens-Jirga hat am 14.01.2009 in Kabul einen Plan vorgelegt,
in dem sie den dringenden Wunsch nach Frieden äußert, damit in Afghanistan eine Gesellschaft entsteht, in der Freiheit, Menschenrechte und Menschenwürde geachtet werden. Sie verurteilt den zur Zeit herrschenden langjährigen Krieg, der nur Tod, Leid und Zerstörung über das Volk gebracht hat und dessen Ende nicht abzusehen ist.
Die Afghanische Nationale Friedens-Jirge schlägt eine internationale Konferenz oder eine nationale traditionelle Loya Jirga unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen an einem für alle Parteien akzeptablen Ort vor.
Als Zeichen des guten Willens und als vertrauensbildende Maßnahme sollte eine bedingungslose Einstellung der Kampfhandlungen verkündet werden.
Die Afghanische Nationale Friedens-Jirga sieht es als ihre nationale und religiöse Pflicht an, das Töten von Menschen zu verhindern. Ihre Botschaft lautet:“Krieg ist keine Lösung von Problemen. Der einzig wirksame Weg, der Afghanistan Sicherheit und Stabilität bringen kann, ist Frieden.“
Übersetung des Friedensplans -->
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