Otmar Steinbickers 'Standpunkt' in den 'Aachener Nachrichten' vom 14.2. 2009
Kein Vertrauen mehr in USA und NATO
Gut sieben Jahre nach dem Sturz der Taliban hat die Mehrheit der Afghanen die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft vorerst verloren. Unter der alltäglichen Erfahrung von Krieg, Gewalt, Korruption und Armut ist auch das anfangs große Vertrauen in USA und NATO umgeschlagen in Resignation, Ablehnung und in wachsendem Maße Hass. Das ist das Ergebnis einer großen repräsentativen Umfrage, die das "Afghan Institute for Social and Public Opinion Research" im Auftrag von ARD, ABC und BBC durchgeführt hat.
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Afghanistan heute

Mit freundlicher Genehmigung von Gerhard Mester und den Aachener Nachrichten
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Helmuth Kaleß
Liebe Friedensfreunde!
Der Mitbegründer und langjährige Sprecher unserer Friedensinitiative, Helmuth Kaleß, ist am Sonntag, 1.2. 2009, nach schwerer Krankheit gestorben.
Er war der Motor und die Stimme der Friedensbewegung in Würselen.
Noch vor einem Jahr hat er an der Pressekonferenz zur Vorstellung unserer Afghanistan-Initiative mitgewirkt.
Sein Engagement für die Friedensarbeit werden wir nicht vergessen.
Wir möchten auch auf diesem Wege seiner Familie unser Mitleid über den herben Verlust dieses bedeutenden Menschen aussprechen.
Die jetzigen Sprecher der Würselener Initiative für den Frieden,
Helene und Ansgar Klein
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Krieg gegen Gaza
Die Würselener Initiative für den Frieden protestiert gegen das militärische Vorgehen Israels gegen Gaza
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AZ: Artikel zur Podiumsdiskussion am 12. September 2008 mit der Würselener Initiative für den Frieden
Aachener Zeitung - Nord, 16. September 2008 / Lokales / Seite 16
Friedenslösung für Afghanistan ist noch lange nicht in Sicht
Hochkarätig besetztes Podium diskutierte bei der Würselener Initiative für den Frieden .
"Wir müssen unser Versprechen, in Afghanistan stabile Strukturen aufzubauen, einlösen. Deshalb ist unser Engagement in diesem Land weiter gefordert." Mit diesen Worten verteidigte Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) in einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion, die von Joachim Zinsen souverän moderiert wurde, die Position der Bundesregierung. Eingeladen dazu hatte die Würselener Initiative für den Frieden. Es war das vierte Treffen ihrer Afghanistan-Initiative unter dem Motto "Dem Frieden eine Chance. Bundeswehr raus, Friedenskräfte rein!"
Schmidt räumte ein, dass die Sicherheitslage im Land am Hindukusch schwierig sei. Und der Aufbau der Polizei langsamer vorangekommen sei, als erwartet. Dennoch sei schon vieles auf den Weg gebracht worden. Dabei gab sie zu bedenken, dass es sich nicht um einen Wiederaufbau, sondern um einen Neubau von Strukturen in einem Land handele, in dem es viele Unterschiede zwischen den Regionen gebe.
Neue traurige Rekorde
"Die Menschen in Afghanistan haben große Erwartungen gehabt, die nicht erfüllt worden sind", beschrieb Naquibullah Shorish, der Auslandsbeauftragte der afghanischen Friedens-Jirga, die allgemeine Stimmung in seinem Land.
Von einer katastrophalen Sicherheitslage sprach Dr. Yahya Wardak vom Afghanistan-Informationszentrum in Bonn. Dafür ließ er Zahlen sprechen. Im Jahr 2002 sei ein Polizist von Aufständischen erschossen worden, 2007 seien es weit über 1000 gewesen. 93 Prozent der Weltproduktion an Drogen komme aus Afghanistan. Von Jahr zu Jahr gebe es neue Rekorde. Heute gehe es darum, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Dass sich das Land im Krieg befinde, daran ließ Dr. Wardak keine Zweifel aufkommen. Im Norden könne nicht von einer Kriegssituation gesprochen werden, hielt Winfried Nachtwei (MdB), der Sicherheits- und Abrüstungspolitische Sprecher der Grünen, dagegen. Er stellte klar, dass die Bundeswehr in Afghanistan keinen Krieg gegen den Terrorismus führe, im Unterschied zu den USA. Bis 2005 habe es eine Aufwärtsentwicklung in verschiedenen Lebensbereichen gegeben. Ab 2006 habe sich aber die Sicherheitslage verschärft, vor allem im Süden.
"Soldaten haben richtig Angst"
Ohne Sicherheit könne es keinen wirtschaftlichen Aufbau geben, Paul Schäfer (MdB), Verteidigungspolitischer Sprecher der Linken, machte jedoch ein dickes Fragezeichen, ob das deutsche Kontingent aufgestockt werden müsse. "Mehr Soldaten sind keine Lösung!", plädierte er dafür, über einen innerafghanischen Waffenstillstand nach Befriedung für das Land zu suchen. "Die deutschen Soldaten haben richtig Angst. Heute geht keiner mehr freiwillig an den Hindukusch", merkte Militärseelsorger Dieter Spoo an. Die Spirale der Gewalt drehe sich weiter. "Wir können den Menschen in Zentralasien nicht unser Denken aufoktroyieren."
Afghanistan sei ein hochkomplexes Entwicklungsland, skizzierte Theo Riedke, der selbst drei Jahre dort gearbeitet hat, die Realisierung von bedarfsorientierten Projekten. Das Militär gewährleiste in vielen Regionen Sicherheit, gab die Ministerin zu bedenken. Sie appellierte, alle in Afghanistan in eine Friedenslösung einzubeziehen, die es wollten. Auch mit denen, die heute Verantwortung tragen, müsse auf Veränderung hingewirkt werden. Die internationale Staatengemeinschaft müsse einsehen, dass der zivile Aufbau oberste Priorität habe. Ins Stammbuch schrieb ihr der afghanische Stammesfürst Shorish: "Wir brauchen eine Strategie für den Frieden und nicht für den Krieg." Dr. Wardak sagte ebenso unmissverständlich: "Die Amerikaner treiben die Menschen den Taliban in die Arme. Wenn die Deutschen die Amerikaner unterstützten, Krieg zu führen, werden sie mitschuldig." Und: "Viele Menschen sind von der korrupten Karsai-Regierung enttäuscht." Shorish ergänzte: "Solange Männer in der Regierung sitzen, die vor das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag gehören, brauchen wir uns über Strategiewechsel nicht zu unterhalten." Gespräche mit der Taliban zu führen, dazu hielt er den Westen an. Anstelle der westlichen Truppen sollten Soldaten aus islamischen Ländern unter dem Protektorat der UNO zur Sicherheit stationiert werden. Alle militärischen Operationen einzustellen, forderte Dr. Warak. Und schnellstmöglich Verhandlungen mit den Taliban aufzunehmen.
Schwieriges Unterfangen
Ulla Schmidt erklärte hingegen: "Ziviler Aufbau ist ohne militärische Präsenz nicht machbar." Einem "lokalen Ansatz" redete der Bündnisgrüne-Abgeordnete das Wort. Riedke bemerkte, er habe gute Erfahrungen gemacht, wenn bei der Realisierung von Entwicklungsprojekten die Bevölkerung beteiligt worden sei. (ehg)
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„3. Runde“, 11.6. 2008
Würselener Initiative für den Frieden
Dem Frieden eine Chance – Truppen raus aus Afghanistan
Den Schwerpunkt der Veranstaltung bildeten drei Berichte vom Afghanistan-Kongress durch Otmar Steinbicker und die beiden Würselener Kongressteilnehmer Helene und Ansgar Klein. Das Motto des Kongresses: „Dem Frieden eine Chance – Truppen raus aus Afghanistan“ war auch der rote Faden der drei Referate: (siehe Hannover-Kongress-Bericht Teil 1,2,3 in den Anlagen)
Wie in den ersten zwei Veranstaltungen der Initiative wurde wieder ein offener Brief an die Bundestagsabgeordneten der Region und die Fraktionsvorsitzenden im Bundestag verabschiedet und von allen unterschrieben. (siehe Anlage MdB-Brief)
Nun stellte sich Bettina Herlitzius den Fragen des Auditoriums, die vor allem um das Problem kreisten, wie die GRÜNEN sich im Herbst bei der Abstimmung zur Verlängerung des Mandats für die deutschen Truppen in Afghanistan verhalten werden. Herlitzius glaubt zwar, ein stärkeres Nachdenken über diese Frage in der Fraktion auszumachen zu können, doch wollte sie ihr eigenes Abstimmungsverhalten im Herbst noch nicht festlegen, obwohl sie unter dem Eindruck der zur Zeit bekannten Informationen eher mit ‚Nein’ stimmen würde.
Zum Schluss wurde für den Herbst eine weitere Veranstaltung als Podiumsdiskussion geplant, zu der u.a. alle Bundestagsabgeordneten der Region eingeladen sind, und zwar für den 12. September, ein Tag nach dem berüchtigten ‚nine-eleven’.
mehr--> Hannover-Kongress-Berichte Teil 1 Teil 2 Teil 3
mehr--> MdB-Brief
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Weiterlesen: Afghanistan - Krieg gegen die Taliban
SPIEGEL ONLINE SPEZIAL
Afghanistan - Krieg gegen die Taliban
--> hier geht´s zur Spiegel -Spezialseite
Aus dem Bericht einer deutschen Entwicklungshelferin in Afghanistan:
"Versuche, die Notwendigkeit des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr zu erklären, gibt es viele. ... Die für mich abwegigste Erklärung ist jedoch diese: Die Bundeswehr ist vor Ort, um Sicherheit zu schaffen, damit Entwicklungshelfer Aufbauarbeit leisten können"-->mehr
taz.de:Höhere US-Verluste in Afghanistan
-->hier geht´s zum taz-Artikel
US-Friedensbewegung stoppt Weg in den Irankrieg:
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Pressemeldung TAZ berlin: Koalition für KSK-Geheimhaltung
Antiterroreinsatz in Südafghanistan
Koalition für KSK-Geheimhaltung
Die Opposition ist sauer: Der Untersuchungsbericht über den Einsatz von Elitesoldaten in Afghanistan soll nicht veröffentlicht werden. VON ULRIKE WINKELMANN
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Ergebnisse des zweiten Treffens: Afghanistan - ein Strategiewechsel tut not !
Auf der zweiten Veranstaltung der Würselener Initiative für den Frieden zur Afghanistan-Problematik konnte Helene Klein im Namen des Vorbereitungsteams eine stattliche Zahl von Friedensfreunden im Saal Houben begrüßen. Für diesen Abend hatte die Initiative als Referenten den Aachener Militärseelsorger Dieter Spoo und den kürzlich aus Afghanistan zurückgekehrten aktiven Soldaten Christian Neumann gewinnen können. Mit Gerhard Diefenbach, dem langjährigen Vorsitzenden des ‚Aachener Friedenspreises’ lag die Moderation der Veranstaltung in bewährten Händen.